Vorteile eines Vergleichs der Krankenversicherung in der Schweiz

Ein umfassender Schutz im Krankheitsfall muss kein Vermögen kosten. Unterschiedliche Modelle kommen in Betracht, um den Beitrag für die Krankenversicherung zu senken oder den Versicherungsschutz zu erweitern. Wer auf der Suche nach der optimalen Lösung für die eigenen Belange ist, sollte deshalb einen Vergleich aller gesetzlichen Krankenkassen vornehmen. In der Schweiz ist es üblich, dass Anbieter von Krankenversicherungen ihre Versicherungsnehmer im Krankheitsfall an den entstandenen Kosten beteiligen. Dieses Prinzip der Kostenübernahme baut einerseits auf dem Franchise-Modell und andererseits auf Selbstbehalt auf. Franchise ist eine zwischen Versicherungsunternehmen und den Versicherten vereinbarte Kostenbeteiligung, deren Höhe beispielsweise vom Alter der Versicherungsnehmer abhängt. Denn generell gilt folgende Unterteilung für die Höhe der Franchise:

 

  • Franchise für Erwachsene: 300 bis 2.500 Schweizer Franken
  • Franchise für Kinder und Jugendliche: 0 bis 600 Schweizer Franken

 

Diese Franchise wird einmal pro Versicherungsjahr erhoben. Hat der Versicherte den Kostenanteil geleistet, übernimmt die Krankenversicherung für das Folgejahr die kompletten Behandlungskosten – abzüglich des Selbstbehalts. Je höher diese Franchise ausfällt, desto geringer ist der monatlich zu entrichtende Beitrag für die Krankenversicherung. Deshalb sind gesunde Versicherte mit genügend Auslagen für die Kostenbeteiligung gut beraten, eine hohe Franchise zu bezahlen.

Den Selbstbehalt nicht vergessen

Außerdem sollten Versicherte beim Vergleich aller gesetzlichen Krankenkassen bedenken, dass zur Franchise der sogenannte Selbstbehalt von zehn Prozent der Kosten für Medikamente und Behandlungen addiert wird. Allerdings ist die jährliche Zuzahlungssumme für Kinder und Jugendliche auf 350 sowie für Erwachsene auf 700 Schweizer Franken limitiert. Sämtliche Eigenbeteiligungen entfallen für bestimmte Personengruppen. Beispielsweise fallen für Mutterschaftsleistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis hin zu acht Wochen nach der Geburt keine finanziellen Eigenbeteiligungen an.

Sonderfall Unfallversicherung

Ist ein Versicherungsnehmer mindestens acht Stunden pro Woche als Arbeitnehmer beschäftigt, können Betroffene die Unfallversicherung auf Wunsch ebenfalls in der Krankenversicherung abschließen. Da diese Angestellten obligatorisch über ihren Arbeitgeber versichert sind, profitieren sie automatisch von einem günstigeren Betrag. Versicherungsnehmer mit privater Unfallversicherung sind hingegen verpflichtet, die Unfallpolice über die Krankenversicherung abzudecken.

Kosten senken: durch verschiedene Versicherungsmodelle

Das KVG, das Krankenversicherungsgesetz, legt die Regelungen für die obligatorische Grundversicherung sowie die Krankentagegeldversicherung fest. Doch mit unterschiedlichen Versicherungsmodellen besteht außerdem die Möglichkeit, Beiträge für die Grundversicherung um bis zu 25 Prozent zu reduzieren. Alle drei Modelle verbindet die Gemeinsamkeit, dass die Krankenversicherten freiwillig Einschränkungen bei der Suche oder Wahl der Ärzte in Kauf nehmen. Für Notfälle bestehen jedoch Ausnahmen. Regelmäßig werden präventive Untersuchungen für Augenärzte und Gynäkologen eingeräumt. Außerdem haben Eltern mit Kindern stets die Möglichkeit, direkt den Kinderarzt aufzusuchen. Hier gibt es die Modelle im Überblick:

 

Modellname Kurzbezeichnung
Hausarztmodell Versicherter legt sich auf Hausarzt in Wohnsitznähe fest; Versicherungsnehmer sucht im Krankheitsfall zuerst diesen Mediziner auf; betrifft die meisten Krankheitsbilder
Telmed vor Arztbesuch wenden sich Patienten telefonisch an Expertenteam; je nach Anbieter erfolgt empfehlende Beratung; Patienten trifft endgültige Entscheidung über weitere Vorgehensweise
HMO (Health Maintenance Organization) mit Hausarztmodell vergleichbar; HMO-Zentrum inkludiert mehrere Therapeuten und Ärzte unter einem Dach; meisten Behandlungen erfolgen in dem Zentrum

 

Wer den idealen Versicherungsschutz zum günstigen Preis finden möchte, sollte genügend Zeit für einen Vergleich aller gesetzlichen Krankenkassen vornehmen. Ein Wechsel der Krankenversicherung ist jährlich zum Ende des Kalenderjahres möglich, wenn die Kündigung bis zum 30. November bei den Krankenkassen eingegangen ist. Allerdings sollten Versicherte diese Entscheidung genau durchdenken.