Chancen und Pflichten für die Nutzung von Anhängern am PKW

Der Umzug ins Studentenwohnheim, Transporte für das Vereinsheim oder der neue Schrank aus dem Möbelhaus, dessen Einzelteile unmöglich in den PKW passen: Sie alle werden bequem im Anhänger transportiert. Doch dass dieser nicht lediglich hinten angekoppelt wird, sondern dessen Nutzung mit einigen Besonderheiten und Pflichten verbunden ist, liegt auf der Hand.

Anhänger besonders bei Studierenden beliebt

Beim ersten Auszug aus dem Elternhaus sind selten so viele Habseligkeiten vorhanden, dass die Beauftragung eines Umzugsunternehmens nötig wäre. Viele Studierende haben außerdem ein straffes Budget für den Monat und nutzen deshalb die Möglichkeit, einen Anhänger zu leihen, um den Umzug in die erste eigene Wohnung oder WG umzusetzen. Viele unterschätzen allerdings die Nutzung, indem sie davon ausgehen, dass Gesetze und Vorschriften zu Ladungssicherung für sie als Privatpersonen nicht gelten. Doch nicht nur für professionelle Gewerbe gelten die Anforderungen auf Gesamtgewicht und Achsenverteilung.

Diese Punkte müssen beachtet werden

Um Bußgelder zu vermeiden, müssen die Punkte der Straßenverkehrsordnung beachtet werden. Im §22 Absatz 1 wird vorgeschrieben, dass

  • Ladungen so verstaut werden müssen, dass sie bei einer eventuellen Vollbremsung oder Ausweichen nicht verrutschen oder umfallen können.
  • dass die Sicht nicht beeinträchtigt werden darf (nach §23).

Außerdem können bei einer Kontrolle die Richtlinien vom Verein Deutscher Ingenieure, den VDI-Richtlinien 2700 ff. herangezogen werden, in dem die Regeln und Techniken zur Ladungssicherung festgehalten sind.

Alle Fahrenden eines PKWs mit Anhängern müssen sicherstellen, dass die Ladung sie selbst und andere Verkehrsteilnehmende nicht gefährdet, zum Beispiel durch fachgerechtes Einladen und einer Plane für den Anhänger.

Eine Anhängerplane schützt vor Ladungsverlust

Beim Bremsen und Fahren wirken starke physikalische Kräfte auf den Anhänger und die Ladung, sodass jene unbedingt mit Gurten und einer Anhängerplane gesichert werden muss. Denn auch wenn die Ladung in Boxen oder Umzugskartons verstaut ist, ist der Verlust der Ladung bei Fahrtwind und Vollbremsung nicht auszuschließen. Als Faustregel gilt: Das Gewicht der Ladung muss mit der Aufprallgeschwindigkeit multipliziert werden. Das Ergebnis bezeichnet das Massegewicht der Ladung.

Beispielrechnung: Ein Umzugskarton zu 10 kg x 50 km hat ein Massegewicht von 500 kg.

Zusätzlich zum Niederzurren sollte eine Anhängerplane angebracht werden. Ist diese nicht bereits vorhanden, da sie beispielsweise mit dem Anhänger zusammen geliefert wurde, oder ist die Ladung zu groß, um von der vorhandenen Plane bedeckt zu werden, können maßgefertigte Anhängerplanen die Lösung sein.

Lastverteilungsplan beachten

Zwar steht in der DIN EN 12640 festgeschrieben, dass lediglich Autos mit mehr als 3,5 Tonnen Zurrpunkte am Wagen besitzen müssen, doch auch bei kleinen Anhängern sind jene empfehlenswert. Ist dies nicht möglich, sollte der Anhänger nicht nur mit Zurrgurten ausgestatten werden, sondern auch eine Antirutschmatte besitzen. So bleibt die Ladung an ihrem Platz. Überdies muss der Anhänger nach einem Ladungsverteilungsplan befrachtet werden: Die schweren Teile werden zuunterst gepackt, leichtere oben gestapelt. Außerdem sollte beachtet werden, dass die Fracht lückenlos aufgeladen wird. Einzelne Gegenstände können so nicht unkontrolliert auf dem Anhänger herumrutschen. Vor allem die Stirnwand des Anhängers muss lückenlos bepackt werden. Ist dies nicht möglich, stopfen Leerpaletten oder Kopflasching unbeliebte Lücken.

 

Bei Schüttgütern oder Gartenabfällen ist die Anhängerplane unverzichtbar, da durch den Fahrtwind eventuell Sand oder Gartenabfälle zu einer Gefahr für andere werden können. Dabei kann unter anderem die Sicht behindert werden, doch im schlimmsten Fall werden Steine auf Windschutzscheiben geschleudert und hinterlassen Steinschläge.